Das Neue Louvre in Lens: Von Mesopotamien in wenigen Schritten ins 19. Jahrhundert.

Der Louvre-Lens von Sanaa

Foto: PD/Hisao Suzuki, Quelle: Hochparterre

Fernab der Hauptstadt, mitten auf einem alten Zechengelände steht das am 12. Dezember neu eröffnete “Louvre Lens” im Département Pas de Calais im Norden Frankreichs. Die Wahl fiel auf diesen Standort, um die von Industrialierung und Kriegen gebeutelte Region wieder aufzuwerten. “Es ging nicht darum ein Neues Mini-Louvre zu schaffen” meinte der Direktor des Museums, Xavier Dectot, “sondern ein Museum für die Menschen vor Ort, mit einem völlig neuen Ausstellungskonzept”.  In der Tat, das “Neue Louvre” hat innen und aussen mit dem ehrwürdig-traditionnellen Mutterhaus wenig gemein: Das japanische Architekturbüro SANAA  schuf eine architektonische Lösung aus Metall, Glas, ebenerdig, leicht zugänglich mit 5 zusammengesetzten Kuben, die die Umgebung sanft spiegeln und sich so in die Landsschaft einfügen. Die Seite www.detail.de berichtet ausführlich über das architektonische Konzept des Baus mit zahlreichen, sehr sehenswerten Fotos.

Der Hauptausstellungsraum ist völlig offen, es gibt keine abgetrennten Räume, alle Objekte sind frei stehend. Kein Werk steht oder hängt an der Wand. Das ist auch die Intention vom verantwortlichen Ausstellungsdesigner Adrien Gardère, der von Oliver Wainwright in seinem Blog zitiert wird: “In the Louvre in Paris, everything is exhibited in rigid departments, like an encyclopaedia of art”… “Here we are bringing sculpture and painting together, from different periods and geographical areas, to create fruitful confrontations.” Der Betracher weiss nicht, was ihn an der nächsten Ecke erwartet: Von der griechischen Vase bis zum Renaissance Gemälde sind es nur ein paar Schritte. Die “Galerie der Zeit” hat ihren Namen nicht umsonst bekommen: Chronologisch geordnet, unternimmt der Besucher eine Reise von über 4000 Jahren auf einer Fläche in der Grösse eines Fussballfeldes.

Auch wenn die wenigsten Bürger von Lens bis dahin mit “Kunst nicht viel am Hut hatten”, bei der Eröffnung fand das neue Kunsthaus grossen Angklang. Wie das Museum in der Provinz angenommen werden wird, wird die Zeit zeigen. Aber die Zeichen scheinen günstig zu stehen: Der Umsatz der Bar “Chez Caty” gegenüber dem Museum hat sich bereits verdreifacht.

Nützliche Informationen:

Louvre Lens

Wechselausstellungen sind in weiteren Räumen geplant. Auch die Kunstwerke werden aus dem reichen Fundus des Mutterhauses regelmässig ausgetauscht.

Und: Museum ist im ersten Jahr kostenlos zugänglich!

Hier noch einige Eindrücke aus einem Beitrag von Arte, vom 4.12.2012:

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