Buchtipp: A poor Collector’s Guide + Interview.

Vor Kurzem bin ich auf die Besprechung des Buches von Erling Kagge: “A Poor Collector’s Guide to Buying Great Art” im Handelsblatt von Barbara Bierach gestossen. Über die Tatsache, dass man nicht reich sein muss, um Kunst zu sammeln, habe ich schon mehrfach (zum Beispiel hier und hier) auf diesem Blog geschrieben. Ich fand, dass diese Besprechung ein schöner Auftakt für das beginnende Jahr ist, vor allem wenn dort einige sinnvolle Gedanken für das eigene Sammeln mitnehmen kann. Das Buch behandelt zwar in erster Linie das Sammeln von zeitgenössischer Kunst aber man doch vieles Sparten übergreifend betrachten:

  • Einmal mehr: Ohne Information geht’s nicht, zumindest wenn man ein ambitionierter Sammler werden will.
  • Jetzt kaufen und nicht warten: sonst kann man sich vielleicht später das Kunstwerk nicht mehr leisten. Wobei, so möchte ich hinzufügen, nicht jedes Kunstwerk muss automatisch im Laufe der Zeit im Preis steigen. Aber die Kriterien für eine schnelle Entscheidung können ebenfalls: Künstlerische Qualität, Seltenheit oder Beliebtheit des Themas beim Künstler, ein guter Zustand oder eine besonders gute Provenienz sein. Wenn alle Parameter günstig sind, sollte man dann doch rasch zugreifen – wenn der Preis stimmt. Bei Kunstwerken, die leicht auf dem Markt zu finden sind, kann man eher warten. Nicht kaufen sollte man dann, wenn man sich nicht sicher ist, es sei denn man sucht sich Rat.
  • Interessant fand ich den Punkt: “Dass Oligarchensammlungen langweilig” sind: Alle sammeln dasselbe und Trends vergehen genauso schnell, wie sie gekommen sind. Viel spannender ist es seiner Sammlung einen eigenen Charakter zu geben. Interessante Kunst gibt es auch jenseits des Mainstreams.
  • Der Autor ist der Ansicht, dass Kunst als Verdienstquelle ungeeignet ist, da man immer die Marge der Galeristen mit berücksichtigen muss. Mit dieser Ansicht hebt er sich wohltuend von dem teilweise reisserisch gehandhabten  “Kunst als Investment” Artikeln und Charts (die 100 weltweit gefragtesten Künstler…) ab, die Netz und Papier überfluten.

Allerdings:

Das gilt für jede Sparte: Wer werterhaltend sammeln möchte, benötigt vor allem vier Dinge: Liebe (Interesse) fürs Objekt, Geduld, Erfahrung und Zeit. Dann lässt sich auch der eine oder andere Gewinn erzielen.

Nachtrag:

Als Ergänzung zum Buch möchte ich hier noch das Interview von Marion Maneker mit Erling Kagge erwähnen, wo der Sammler entspannt über Fehler beim Kauf, wie es zu seinem ersten Kunstwerk kam und dass er manchmal auch Kunst kauft, die er nicht mag, spricht:


 

Erling Kagge: A Poor Collector’s Guide to Buying Great Art, Kagge Forlag, 192 Seiten, 29,90 Euro, ISBN: 9788248916680

Sie können das Buch auch hier bei Amazon bestellen:

 

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