Der Ursprung des Denkers – Rodins Höllentor

220px-Zürich_-_Kunsthaus_-_Rodin's_Höllentor_IMG_7384_ShiftN

37 Jahre dauerte es bis zur endültigen Aufstellung, 6 Meter hoch und fast 200 Figure sind darin enthalten: Ohne  Zweifel ist das „Höllentor“ das Lebenswerk von Auguste Rodin, das in seiner engültigen Fassung nurmehr posthum an den Ort seiner Bestimmung aufgestellt werden konnte.

1880 wurde das Werk vom Französischen Staat für das geplante „Musée des Arts décoratifs“ in Auftrag gegeben. 3 Jahre hatte Rodin Zeit, diese Arbeit auszuführen. Eine der wichtigsten Vorlagen waren Dantes „Divina Commedia“, die er immer bei sich trug, und Charles Baudelaires „Fleurs du Mal“. Das Vorhaben galt als gescheitert, da dem Staat für das Museum das Geld ausging. An dieser Stelle wurde ein Bahnhof gebaut.

Rodin wurde im Laufe der Jahre gut 30 000 Francs für seinen Auftrag bezahlt. Die Tür war  Staatseigentum und er konnte sie somit nicht verkaufen. Daher isolierte er einen Teil seiner Figuren und veräusserte sie als in sich geschlossene Arbeiten. Ein floriendes Geschäft. So entstanden unter anderem Werke wie der Kuss, oder der „Denker“.

Eine Zweite Version aus Gips stellte er in einer eigenen Schau in der Weltausstellung von 1900 in Paris aus.

Rodin ging es bei beiden Versionen des Höllentores nicht darum, Geschichten zu erzählen. Ihm es ging es um Ausdruck. Die fehlenden Gliedmassen, die bei den antiken Torsi Mangel waren, erhob er zum Stilmittel: einzelne Körperteile standen für sich, wie beim Schreitenden.  „Was braucht ein Mensch einen Kopf zum gehen“, meinte Rodin. Sein „Non Finito“, seine „nicht fertigen“ , nur halb ausgeführten, teilweise stark vereinfachten Figuren brachten ihm, in einer Zeit in der die schöne, glatte Salonskulptur gerade in Mode war, zahlreiche Kritiken oder gar Spott ein.

Im Zuge der zweiten Version ging er noch weiter: Die Figuren, die im ersten Entwurf von 1880 noch erkennbar waren, wurden nun teilweise noch weiter abstrahiert. Dem Betrachter  konnte die Details für sich selbst vervollständigen.

Insgesamt existieren 8 autorisierte Abgüsse des Höllentors.

Dokumentation und Video zum Thema:

Nachdem schon sehr viel und sehr ausführlich über Rodin und sein Werk geschrieben wurde, möchte ich in diesem Beitrag in erster Linie auf die, wie ich finde, sehr gelungene Dokumentation zum Entstehen des „Höllentors“ auf dem Canal Educatif hinweisen. (Auf Englisch)

Im  Magazin Pileface.com schrieb Albert Gauvin 2011 einen sehr umfassendenden Artikel mit reichem teilweise historischem Bild und Videomaterial zu Rodin und dem Höllentor. Darunter ein kurzer Film, in dem man Rodin bei der Arbeit sieht.

Hans-Joachim Müller, Steinbruch der Ideen, Die Zeit, 8.11.1991, anlässlich einer Ausstellung in Mannheim zu Rodins Arbeit am Höllentor.

Wenn Sie Rodins Arbeiten live sehen wollen:

Musee Rodin, Paris

Musée D’Orsay, Paris

Und natürlich:

Musée Rodin in Meudon

Foto: Wikipedia, Roland zh

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Share this post:
Facebooktwittergoogle_pluslinkedinFacebooktwittergoogle_pluslinkedin
Follow Notes about Art:
Facebooktwittergoogle_plusFacebooktwittergoogle_plus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.