Dem Künstler nahe sein: Papierarbeiten als Sammelgebiet

Wussten Sie, dass der Berliner Maler Adolph von Menzel (1815-1905) immer einen Bleistift zur Hand hatte und nahezu alles zeichnete, was ihm, unter die Augen kam? Ihm ging es, als Chronist seiner Zeit, weniger um das Erarbeiten einer bestimmten Komposition als um das Festhalten des Moments. Viele seiner zahlreichen Zeichnungen fanden gar nicht erst den Weg in eines seiner Gemälde.

Zeichnungen sind vieles: Notiz des Moments, Ringen um die Komposition oder das Erarbeiten der Details, die immer wieder variiert werden. Fast vollständig ausgeführt, sind sie die Generalprobe zum fertigen Bild. Beidseitig bezeichnet fand das Papier  eine sparsame Verwendung, denn es war wertvolles Material. Die „Libysche Sibylle“ Michelangelos im Metropolitan Museum of Art  zeigt neben der sparsamen Verwendung des Papiers eine Überraschung in der Bearbeitung der Figur. Die Zeichnungen von Auguste Rodin  wiederum, lassen die Hand eines Bildhauers erkennen: Die zahlreichen, oft scheinbar wirr nebeneinander liegenden Striche zeigen nicht die Unentschlossenheit des Künstlers sondern das Bestreben, die Dreidimensionalität seiner Figuren in Bewegung einzufangen.

Als Sammelgebiet lohnt es sich Papierarbeiten auf jeden Fall. Sie sind meist günstiger als ihre Verwandten „in Öl“. So kann manch ein preislich unerreichbarer Künstler erschwinglich werden.

Wer mehr über Zeichnungen wissen möchte: Das Auktionshaus Christie’s stellt und beantwortet 10 Fragen rund um das Sammeln von Papierarbeiten: Von Aufbewahrung bis unsignierte Zeichnungen. Viel Vergnügen beim Lesen!

 

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