Kategorie: Antiquitäten

Symposium: 300 Jahre Wiener Porzellanmanufaktur 15.+16.10.2015

Das Museum für angewandte Kunst in Wien ist das Museum, welches neben einer reichen Dokumentation, den grössten Bestand an Wiener Porzellan besitzt. Da ist die Organisation eines Symposiums über die Objekte der 1718 gegründeten zweitältesten Porzellan Manufaktur Europas nach Meissen mehr als naheliegend. Die Konferenz ist wissenschaftliche Vorbereitung und Auftakt der Ausstellung  „300 Jahre Wiener…

Die Besonderheiten von Sheffield Silber

Die Entstehung von versilberten Gegenständen beruhte auf einem Zufall: Thomas Boulsover (1704-1788) aus Sheffield erhitzte aus Versehen den Griff eines Messers zu stark, so dass das Silber schmolz und sich mit dem Kupfer der Klinge zu zwei festen Schichten verband. Er erkannte das Potential dieses Unfalls und nach einigen Experimenten war er in der Lage…

Impressions of the changing interior in a Viennese Palais

Usually I visit the Palais Clam-Gallas in Vienna’s 9th district close to the city center to attend occasional soirées of the alumni club of my former school, the “Lycée Francais de Vienne”, located just downhill of the Palais. As an art advisor who never sleeps, I have of course noticed the sparse furniture and the…

Nachwuchs! Junge Antiquitätenhändler formieren sich

Expertise und Jugend muss kein Gegensatz sein: Sie sind zwischen 25 und 35 Jahre alt und interessieren sich nicht nur für Kunst und Antiquitäten, sondern haben daraus ihren Beruf gemacht: Gemeint sind die Mitglieder der neu gegründeten Association des jeunes Antiquaires die vom 13.-15 September 2014  auf der Espace Pierre Cardin in Paris ihren Debut…

Adelige Provenienz – Ein Garant für Wertsteigerung?

Objekte aus „Aus Schloss- oder Adelsbesitz“ üben nach wie vor für Viele eine grosse Anziehungskraft aus. Doch sind die Stücke die in kompletten Sammlungen oder als Einzelstücke regelmässig auf den Markt kommen immer ihren Preis wert, auch langfristig? Kathryn Tully bespricht dieses Thema ihrem Artikel   „Treasure or trinket? Royal family memorabilia“(bbc.com).  Hier sind einige Eckpunkte:…

Die älteste erhaltene Kaisersemmel der Welt

Sie sieht knusprig aus, aber jeder Biss wäre ein sicherer Termin beim Zahnarzt: Des Kaisers liebstes Gebäck  stammt aus dem Jahre 1864 und ist aus Porzellan. Sie gehört zur Tradition der Schaugerichte, die bereits im Mittelalter ihren Ursprung fanden. Meist wurden verschiedene Formen der Nahrung dargestellt. Diese kleinen und grösseren Kunstwerke waren aus unterschiedlichen Materialien: …

Die Falle für Schnäppchenjäger

 „Trapping“ 1) heisst  ein  Phänomen, das  Jasper Copping im Telegraph so beschreibt:  „Art experts are warning of the rapid spread of a new con-trick infecting the market, which involves cheaply produced works in the style of great artists being sold by dealers who dishonestly suggest they are genuine.“  Zugesagt wird nichts, nur vage in Aussicht…

Rahmen: Diese wechselhaften Begleiter werden oft unterschätzt

Ich hatte das eine oder andere Mal das Glück,  Gemälde zu einem guten Preis erwerben zu können, weil der Rahmen nicht zum Werk passte und dieses dadurch nicht richtig zur Geltung kam. Aufgabe eines Rahmens ist es, das Kunstwerk zu unterstützen, genauso wie ein Kleid seine Trägerin. Geschmack ändert sich und damit auch so mancher…

Weisses Gold und grosse Tiere

August der Starke, Kurfürst von Sachsen, hatte einen Plan: Er wollte sein japanisches Palais mit 25 215 Porzellanen  1) ausstatten und sich damit als Mäzen ein Denkmal setzen. Dazu berief er 1731 den 25 jährigen Grossbildhauer und Modelleur Johann Joachim Kändler an die Meissner Manufaktur, der zusammen mit Gottlieb Kirchner unter anderem eine Menagerie mit 500…

Möbel als Mogelpackung

Es ist ein edles Stück, dieses kleine Beistelltischen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Die Tischplatte ist aus Marmor, die Beschläge aus Goldbronze, das Furnier aus Mahagoniholz. Doch bei genauerem Hinsehen erkennt man: Alles ist aufgemalt. Das Mahagonifurnier wurde mit einer Beize hergestellt. Nichts ist so wie es auf den ersten Blick scheint. Handelt es…

Karl Friedrich Schinkel: Ein Universalgenie besucht München.

Ausstellung in der Hypo-Kulturstiftung vom 1.2.2013-12.5.2013 in München   Da Schinkel als junger Architekt kein Auskommen fand, begann er mit der Gestaltung von Bühnenbildern und Kunstgewerbe. Bald jedoch wurde er Hofbaumeister der preussischen Könige. Er war gut vernetzt und Mitglied in zahlreichen internationalen Architekturvereinen und Akademien, die ihm Aufträge in Griechenland für König Otto I…

Königliches Glanzstück

Wenn Touristen das Neue Schloss  von Friedrich II (1712-1786) in Potsdam besuchen, sind die wertvollsten Objekte im Raum nicht auf  Augenhöhe, etwa die Gemälde und Antiquitäten, für die sich der König begeistern konnte; dafür muss man schon den Blick an die Decke richten: Es ist der Kronleuchter. 3000 Taler kostete so ein Leuchter im Schnitt.…

Dekonstruktion der Vergangenheit – oder was macht man mit zerbrochenem Porzellan?

Dass Porzellan ein zerbrechliches und zuweilen ein kostbares Gut ist, weiss Jeder. Doch was passiert, wenn einzelne Teile abbrechen oder das ganze Objekt in kleinen Stücken vor einem liegt? Genau: meist ist es, besonders bei wertvollen Gegenständen, eine Katastrophe. Zwar kann ein sehr guter Restaurator das Stück oft so zusammensetzen, dass man wenig oder nichts…

Ein Spiegel war teurer als ein Gemälde von Raphael…

Was für uns heute selbstverständlich ist war für die meisten Luxus oder gar unerschwinglich: der Spiegel. Im Italien des 16. Jahrhunderts kostete ein Spiegel 8000 Pfund, ein Gemälde von Raphael 3000 Pfund. Die Spiegelbauer von Murano genossen hohe Priviligien und durften die Töchter des Adels heiraten. Wehe aber, sie verliessen Venedig, um sich an einem…